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„Ich fang jetzt halt einfach mal neu an - schließlich kann ich nur gewinnen.“

07.02.2019 • Hamburg

"Ich fühlte mich, als klaue man mir meine Zeit. Acht Stunden am Tag. Dabei war mein Job nichtmal langweilig. Aber er kettete mich an einen Schreibtisch und in lähmende Routinen, und ich brauchte einige Zeit, ein paar Jahre sogar, um zu verstehen, dass das nicht zu mir passt. Ich glaub, da bin ich nicht allein. Manchmal sieht man seine Bedürfnisse und Möglichkeiten einfach nicht klar. Aber wie sagt man so schön - es ist nie zu spät."

"Irgendwie hab ich meine Alternativen nie so wirklich gesehen. Die Kollegen waren nett, der Job zeitweise sogar richtig witzig, und ich war trotzdem unmotiviert und ausgelaugt. Ich hasste Montage.

Mein Kollege stand zwischendurch immer wieder auf, um Klimmzüge am Türrahmen zu machen, und ich wusste nicht, ob ich das albern finden, oder ihn für seine Disziplin bewundern sollte. Ich fühlte mich unausgeglichen, und fand es einfach nicht richtig, dass der Hauptgrund, sportliche Bewegung in den Feierabend zu bringen, der war, dass ich sonst vom ganzen Sitzen Rückenschmerzen bekam. Ich sehnte mich nach aktiveren Tagen, und damit meine ich nicht die halbe Stunde Spaziergang zwischen vorher und nachher jeweils vier Stunden am Schreibtisch sitzen. Aber diese vermeintliche Sicherheit aufzugeben, einen festen Job mit festen Strukturen zu haben, fiel mir komischerweise garnicht leicht.

 

Das war vor etwa einem Jahr. Ich wusste, dass ich etwas ändern wollte, aber ich wusste nicht so richtig, wie. Irgendwie drehte ich mich im Kreis. Bis ich mit einer Freundin eine Art Übersicht darüber gestaltete, was ich wollte, und was nicht. Es blieb stehen: Draussen sein, aktive Tage, Menschen um mich herum, einen echten Mehrwert mit meiner Arbeit schaffen. Und all das widersprach so ziemlich komplett dem, was ich gerade tat, wenn ich ehrlich bin. Also fasste ich mir ein Herz und kündigte. Ich sagte mir - und ich war selbst überrascht von der großen Kraft der Überzeugung, die da aus mir sprach - ab jetzt wird’s anders. Nicht weil ein neues Jahr beginnt, sondern weil ich es will.

Ich muss gestehen: Ich bin im Rückblick nachhaltig etwas stolz auf mich, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Und für mich ganz persönlich kann ich sagen: Ab dieser Entscheidung wurde es spitzenmäßig bunt. Anstrengend, aber wundervoll. Ich wurde Betreuerin für den Notmütterdienst und hüpfe seit dem in verschiedene Familien, um diese beispielsweise bei der Kinderbetreuung zu entlasten, wenn es mal schwierig wird. Zum Beispiel war ich bei meinem letzten Einsatz bei einer sehr netten jungen Mutter, die gleich doppelten Zuwachs bekommen hat, sich zusätzlich aber einige Zeit körperlich schonen musste. Dass das allein kaum möglich ist, versteht sich von selbst. Neben der Hilfe, die ich leisten konnte, hatten wir eine richtig gute Zeit zusammen, so gut es bei dem Umständen eben ging.

Seit knapp einem Jahr arbeite ich nun als Betreuerin in Hamburg. Auch wenn der Job sicher nicht einfach ist und ich mich auf jeden Familie neu einstellen muss, gibt es mir doch so viel Energie. Das Gefühl, dass mir meine Zeit geklaut wird, hatte ich jedenfalls ewig nicht mehr!"