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Mobbing in der Schule - was tun?

02.03.2018 • Hamburg

Es ist ein altes Phänomen: Kinder mobben andere Kinder. Sie ärgern, schubsen oder beleidigen. Besonders mit den sozialen Medien scheint das Problem verschärft, da das Mobbing für die betroffenen Personen nicht nach Schulschluss aufhört, sondern sich auch in den Nachmittag über soziale Medien und co zieht. Wenn Kinder in der Schule gemobbt werden, fühlen sich auch Eltern oft hilflos. So könnt ihr eure Sprösslinge unterstützen.

 

Anzeichen erkennen und offene Gespräche führen

Jedes Kind reagiert anders auf Mobbing, und so fällt es oftmals nicht leicht, die Anzeichen zu erkennen und richtig zu deuten. Da ist es besonders wichtig, auf das Verhalten des eigenen Kindes zu achten. Entsteht eine größere Unlust, zur Schule zu gehen, kann dies ein erster Hinweis sein. Auch auftretende physische Warnsignale kann es geben, wie etwa Bauchschmerzen und Übelkeit. Besonders wenn Kinder anfangen, sich vermehrt zurückzuziehen, sollten die Alarmglocken losgehen. Jetzt ist es wichtig, den Kleinen offen zu begegnen und ihnen das Gefühl zu geben, über alles sprechen zu können. Wer zuhause ohnehin eine offene Kommunikationskultur pflegt, hat es dabei vielleicht einfacher.

 

Das Selbstbewusstsein stärken

Wer ein starkes Selbstbewusstsein hat, kann mit Angriffen von Mitschülern besser umgehen. Doch anhaltendes Mobbing kann das Selbstvertrauen eines Kindes schwächen und zu Frustration führen. Deshalb ist es besonders wichtig, dieses wieder aufzubauen. Dies kann zum Einen durch Gespräche geschehen, zum anderen durch die Einbettung in andere, positive soziale Kontexte, wie zum Beispiel Sportverein oder Musikschule. Zudem könnt ihr euer Kind Abstand zur Opferrolle gewinnen lassen, indem ihr gemeinsam besprecht, was zu tun ist. Fragen wie „Was kannst du tun, damit das Mobbing aufhört“ können ein erster Anlaufpunkt sein, um die Kleinen in eine aktiviere Position zu bringen und sich weniger als Opfer zu begreifen.

Wer sich nicht nur als Opfer begreift, sondern aktiv wird, kann die Situation schneller wieder unter Kontrolle bringen. Doch oftmals fühlen sich Kinder durch Mobber so stark unterdrückt, dass sie lieber nichts machen, um die Schikanierer nicht auch noch zu bestärken. Diese wiederum fühlen sich durch die eintretende Unterdrückung ihrer Opfer jedoch oftmals bestätigt. Je schneller euer Kind lernt, gelassen aber aktiv zu reagieren, umso besser. Natürlich ist das leichter gesagt als getan, und jedes Kind ist anders. Daher kann es helfen, zunächst Vertrauenspersonen auch abseits des Elternhauses zu finden, die eine mentale Unterstützung darstellen.

 

Vertrauenspersonen finden

Hat sich euer Kind euch anvertraut, ist der erste mutige Schritt bereits geschehen und das Problem wurde erkannt. Zeigt dies euren Kindern, versucht so, die Angst zu nehmen, und offenbart zusätzliche Möglichkeiten, wie zum Beispiel mit einem Vertrauenslehrer zu sprechen. Wichtig ist hier, nicht einfach hinter dem Rücken eurer Kleinen zu handeln und beispielsweise zur Schule zu fahren oder ähnliches, sondern das Gefühl zu vermitteln, gemeinsam eine Lösung finden zu können. 

Vertrauenslehrer oder Klassenlehrer können zudem bei einer Aussprache mit dem Mobber behilflich sein. Oftmals gibt es auch bei ärgernden Gruppen einen Anführer, der gemeinsam ausgemacht und ganz rational auf die Auswirkungen seines Verhaltens aufmerksam gemacht werden kann.

Ist euer Kind häufig allein, kann es ihm auch helfen, sich vor Augen zu führen, welche Menschen es in der Schule mag und als nett befindet. So fühlt man sich weniger einsam und hat vielleicht bereits erste Anlaufpunkte in der Schule.

Grundsätzlich unterscheidet sich jeder Fall vom anderen, und so gibt es nicht ‚die eine richtige Strategie‘ gegen Mobbing. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass eure Kinder stets das Gefühl haben, mit euch über alles sprechen zu können. Vielen Kindern hilft es auch, ein Mobbing-Tagebuch zu führen oder schriftlich festzuhalten, wem sie vertrauen, und wer nett zu ihnen ist. Das Gefühl, nicht allein zu sein, ist insbesondere in Phasen, in denen Kinder ohnehin durch Mobberangriffe oder ähnliches verletzlich sind, enorm wichtig.

 

Und was, wenn all das nicht hilft? Wenn auch gemeinsam mit Kindern, Eltern und Vertrauenspersonen in der Schule keine Lösung gefunden werden kann, können professionelle Beratungsstellen weiter helfen. Gerne unterstützen wir euch bei der Wahl des passenden Ansprechpartners hierfür. Zusätzlich findet ihr im Internet eine Menge Foren, auf denen sich auch eure Kinder, wenn sie alt genug sind, mit anderen Mobbing-Opfern austauschen können. 

Wichtig ist zudem, nicht vorschnell zu handeln. Den eigenen Kindern sollte nicht vorgegriffen werden, sondern es ist stets ratsam, eine Lösung des Problems gemeinsam mit ihnen anzugehen und sie in ihrem eigenen Handeln zu bestärken.