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Wenn der Alltag dich übermannt - Erfahrungsbericht einer Mutter

11.05.2018 • Hamburg

„Unsere Älteste ist sieben und ein echter Wirbelwind. Nach ihr kamen unsere beiden Jungs, die es ebenfalls verstehen, uns mit ihren fünf und drei Jahren mächtig auf Trapp zu halten - und das ist auch gut so. Bis vor zwei Jahren war das nie ein Problem für mich - mir ging alles leicht von der Hand. Es fing eigentlich erst an, schwieriger für mich zu werden, als der Jüngste in dem Alter war, in dem auch er auf einmal alles konnte und wollte.

Ich habe mich eigentlich immer für sehr belastbar gehalten. Ich bekam Kinder, Haushalt und die Arbeit aus dem Home Office sehr gut unter einen Hut, während mein Mann arbeitete und darauf achtete, spätestens um sechs zuhause zu sein. Ich war stolz auf unseren lockeren Tagesablauf und darauf, wie wir alles managten. Doch mit dem Alter der Kinder wurden die Anforderungen immer größer. Mittlerweile sind alle drei vormittags an anderen Stellen untergebracht, zu denen sie gebracht und abgeholt werden müssen, und die Nachmittage sind natürlich auch stets bunt. Mit drei Kindern ist immer etwas los. Auf einmal hatte ich das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.

Es fing alles mit einem leicht erhöhten Stressgefühl an. Auf einmal fiel es mir nicht mehr so leicht, alle Kinder morgens pünktlich fertig gemacht zu haben und sie in KiTa und Schule zu bringen. Ich hatte das Gefühl, die Zeit spiele gegen mich. Dass ich ihr hinterher hechten würde. Dann die Dinge erledigen, die ohne Kinder einfacher sind. Termine, Einkäufe und und und. Auf einmal wusste ich nicht mehr, wann ich meine Arbeit noch machen sollte. Mittags kochte ich, am Nachmittag war es immer trubelig und irgendwann hektisch… Ich hatte das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Ging es darum, mal etwas für mich zu machen, hörten meine Mann und meine Freunde zu oft den Satz ‚ich habe keine Zeit‘.

Ich fing an, an mir als Mutter zu zweifeln und stürzte mich in ein psychisches Chaos, aus dem ich allein nicht den Ausweg fand. Es musste doch möglich sein, zur alten Struktur zurück zu kehren. Aber wie? Das ganze ging nun schon ein halbes Jahr so. Nach weiteren drei Monaten Chaos hatte mein Mann genug gesehen und sorgte kurzerhand dafür, dass ich Hilfe annahm. Er sprach mit dem Notmütterdienst, überzeugte mich davon, dass es eine gute Idee sei, für eine Zeit lang Hilfe anzunehmen, um wieder zu Kräften und Struktur zu kommen - und eine Woche später stand eine unkomplizierte und einfühlsame junge Frau Mitte Dreißig vor meiner Tür, die mir half.

 

Wir teilten uns den Haushalt und strukturierten nach und nach wieder meinen und unseren Alltag. Dass ich für eine Weile die Verantwortung und die anfallenden Aufgaben teilen konnte, half mir sehr dabei, mich wieder zu ordnen und zu meinem alten Organisationstalent zurückzufinden. Ich brauchte eine Weile, um mich daran zu gewöhnen, dass noch jemand in meinem Alltag mitmischte, aber ich war sehr dankbar für die Hilfe und merke die nachhaltige Wirkung der gemeinsamen Wochen auch jetzt noch. Danke.

Nach zwei Monaten waren wir wieder auf uns gestellt, und das war ok so. Ich hatte zu meiner Struktur zurückgefunden und konnte mich gefestigt wieder dem Chaos meiner wundervollen Familie stellen. Ich kann Müttern, die sich überfordert fühlen, nur raten, Hilfe anzunehmen. Auch wenn es zunächst schwer fällt, hat es meiner Familie sehr geholfen.“