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„Work-Life-Balance als Mutter - was bedeutet das eigentlich?“ - Gedanken einer Mutter von zwei Kindern.

09.12.2019 • Hamburg

„Na klar, ich arbeite. 20 Stunden in einem kleinen Büro. Da sollte meine Work-Life-Balance wohl sehr ausgeglichen sein. Ich bin aber auch Mutter von zwei wundervollen Jungs. Und ich liebe meine Kinder über alles. Aber seien wir mal ehrlich - das ist viel mehr Arbeit als mein Büroalltag. Und das rund um die Uhr. Also frage ich mich, ob wir nicht von Begriffen geprägt werden, die ohnehin nur Gültigkeit für Familienlose haben. Denn ich arbeite rund um die Uhr, aber bis auf die 20 Stunden im Büro ist das alles privat.

 

Auch Kinder können Stress verursachen. Und auch darüber sollten wir reden. Als Mutter bin ich oft erschöpft und ausgelaugt. Weil ich das Beste für meine Kinder will und ihnen alles geben möchte, das sie sich für ihr Leben wünschen. Das bedeutet auch, dass ich für meine beiden Racker zu sechs verschiedenen Freizeitaktivitäten die Woche fahre, zur Schule und zu Freunden. Ich stehe außerdem zusammengerechnet zwei bis drei Stunden pro Tag in der Küche für meine Familie, schnipple frisches Gemüse, räume das Geschirr weg und spüle die Töpfe. Zudem agiere ich als Streitschlichter, Aufräumspezialist und Waschfrau. Und wir wissen doch alle, dass das noch nicht alles ist. „Feierabend“ hab ich, wenn meine Süßen im Bett sind, die Küche wieder sauber ist, die Wäsche aufgehängt wurde und das Frühstück für die Jungs vorbereitet ist. Denn morgens ist es bei uns am Wuseligsten.

 

Versteht mich nicht falsch - ich liebe mein Leben. Und meine Jungs erst recht. Über alles. Aber auf der Arbeit werde ich oftmals beäugt, weil ich ‚nur‘ 20 Stunden im Büro arbeite. Während sich andere Leute über ihre Work-Life-Balance beklagen und sagen sie hätten nicht genug Zeit für sich. Und das finde ich schon ab und zu unfair. Letztens ist einem Kollegen sogar rausgerutscht „Du kannst dich doch nicht beklagen, ab 14 Uhr hast du eh Feierabend.“ Work-Life-Balance…dieser Begriff ist meiner Meinung nach für Menschen ohne Familie gemacht. Für Menschen, die nach der Arbeit keine Verpflichtungen mehr haben außer ihren eigenen Abwasch zu machen. Für Mütter und Väter finde ich diese Wörter, die unsere Gesellschaft heute so prägen, doch ziemlich unpassend. Die meiste Arbeit steckt schließlich in meinem privaten Leben. Nicht nur im Haushalt, sondern vor allem in der Erziehung meiner Kinder. Aber darauf würde ich auch um Nichts in der Welt verzichten.“ 

 

Work-Life-Balance - eine passende Bezeichnung und ein anzustrebender Zustand oder ein längst überholter Begriff? Was meint ihr dazu?