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Ein absoluter Vertrauensbeweis

Wer sind die Menschen, die für den Notmütterdienst im Einsatz sind? Heute erzählt Gerda von ihrer inzwischen neunjährigen Tätigkeit für den NMD Frankfurt, von ihren schönsten Erlebnissen und wie sie eigentlich nur durch einen schönen Zufall bei uns gelandet ist.

Liebe Gerda, wir freuen uns, dass Du Dich unseren Leserinnen und Lesern persönlich vorstellen möchtest! Wer bist du, und wo kommst du beruflich her?

Ich bin 66 Jahre alt, aber sehr beweglich, wie ich finde, denn mein großer Garten hält mich fit. Ich habe einen Stiefsohn aus Thailand, den ich ziemlich allein großgezogen habe, er kam mit vier Jahren nach Deutschland und ist heute 38. Wir waren sofort ein Herz und eine Seele und haben bis heute ein herzliches und harmonisches Verhältnis.

Du bist seit neun Jahren für den NMD in Frankfurt im Einsatz. Wie bist du zum Notmütterdienst gekommen?

Beruflich komme ich aus einer ganz anderen Richtung: Zuvor 40 Jahre als Beamtin im Dienst, zuletzt als Personalplanerin. Als wir den Vorruhestand angeboten bekamen, griff ich sofort zu.  Mir war aber klar, dass ich noch etwas machen wollte, aber nicht irgendwas. Damals las ich in so einem kostenlosen Blättchen, das ich normalerweise ungelesen weggeworfen hätte, eine Anzeige vom Notmütterdienst: „Suchen Sie eine sinnvolle Tätigkeit?“ Genau das war es! Freitags war ich dort zum Gespräch, montags fing ich schon an.

 Gibt es eine besondere Situation aus deinen Einsätzen, an die du besonders gern zurückdenkst?

Ich sollte eine Mutter, drei Wochen vor der Entbindung, unterstützen und die anderen beiden Kinder betreuen. Ein Mädchen im Kindergartenalter und ein behinderter Junge, ein wahrer Sonnenschein.

Bei dieser Familie bin ich heute noch.

Ich bekam sofort einen Haustürschlüssel, den ich abgeben wollte, als die Familie das erste Mal in Urlaub fuhr.  Nein, fragten sie, warum? Ich solle ihn behalten. Ein absoluter Vertrauensbeweis für mich.

Das ist toll. Gab es umgekehrt auch einmal Situationen, die schwierig waren?

Natürlich gibt es schwierige Situationen, aber bis auf wenige Ausnahmen denke ich voller Wärme an alle meine Einsätze zurück. Mir sind bisher keine größeren Katastrophen passiert. Einmal habe ich versehentlich eine Vase heruntergefegt und wollte versuchen, eine ähnliche zu finden. Der ältere Herr sagte aber: bloß nicht, ich konnte das Ding noch nie leiden! Wir haben sie danach im Scherz immer als „die Ming-Vase“ bezeichnet…

Du hast einmal erzählt, dass die Beziehung mit vielen Familien sehr eng und herzlich werden kann. Was sicher nur normal ist, wenn man über einen längeren Zeitraum im eigenen Zuhause vor Ort ist.

Das stimmt. Zum Schluss deshalb noch diese Geschichte: Als vor ein paar Jahren meine Eltern im Abstand von einem Jahr starben, sagte das damalige „Baby“, heute neun Jahre alt, zu mir: Dann bist du ja jetzt ganz alleine, aber du hast ja uns! 

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