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Hilfe für ukrainische Mütter in Berlin: Ein Jahr OPORA

Als am 24. Februar 2022 die Bilder des russischen Überfalls auf die Ukraine durch die Nachrichtensendungen liefen, war das Team der Berliner Notmütterdienst-Geschäftsstelle so schockiert wie viele Menschen auf der ganzen Welt. Das Gefühl der Hilflosigkeit wechselte sich ab mit dem dringenden Wunsch, selbst etwas zu tun.

Durch Berlins geografische Nähe zu Osteuropa zeigten sich die Auswirkungen des brutalen Angriffskrieges hier schneller als in anderen Teilen Deutschlands. Bald kamen viele ukrainische Geflüchtete in der Bundeshauptstadt an, und es wurden täglich mehr. So entschied sich der Notmütterdienst Familien- und Seniorenhilfe e.V. Berlin (NMD), die eigenen Erfahrungen und die etablierten Strukturen zu nutzen, um ukrainischen Familien und Frauen mit Kindern gezielt bei der Integration und Eingewöhnung vor Ort zu helfen. Das Projekt „OPORA“ war geboren.

OPORA ist Ukrainisch und bedeutet Unterstützung oder Rückhalt auf Deutsch. Genau diesen möchte das Angebot leisten. Für die Koordination des ersten Jahres konnte Viktoria Tkach gewonnen werden, die als sowohl ukrainisch- wie auch deutschsprachige Projektassistenz dem Team des Berliner NMD zur Seite stand. Das Angebot von OPORA zielt auf eine doppelt integrierende Funktion: Zum einen bietet es ukrainischen Familien eine liebevolle Kinderbetreuung an, wie man sie auch vom NMD bereits kennt. Hierdurch haben Mütter die Möglichkeit, während dieser Zeit zum Beispiel wichtige Arzt- und Behördengänge zu erledigen oder Deutschkurse zu besuchen.

Zum anderen erhalten geflüchtete Ukrainerinnen die Möglichkeiten, selbst als Betreuerinnen für ukrainischsprachige Familien tätig zu werden – für Frauen und Kinder, deren Muttersprache sie sprechen und deren besondere Lebenssituation sie sehr gut verstehen können. Eine enge Begleitung gehört dazu: „Die Betreuerinnen werden von uns für ihren Einsatz geschult,“ erklärt Tkach. „Zusätzlich erhalten sie allgemeines Orientierungswissen über das Leben und den Arbeitsmarkt in Deutschland, werden bei der Entwicklung ihrer Perspektiven beraten und im Umgang mit Behörden unterstützt.“

Zeit zum Lernen und Ankommen

Zu Beginn finanzierte der Notmütterdienst e.V. das Projekt aus eigenen Mitteln – im Vertrauen auf den Erfolg des selbst organisierten Vorhabens. Heute wird OPORA unter anderem von der Aktion Mensch sowie der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) unterstützt. Auf diese Weise konnte das Leistungsangebot sukzessive erweitert werden. Grundlage bleibt dabei aber stets, so direkt und gezielt wie möglich Hilfe dort zu leisten, wo sie auch wirklich gebraucht wird.

Hochmotiviert: Alle Teilnehmerinnen hatten großen Spaß an den Workshops

Sehr gerne erinnert sich das OPORA-Team beispielsweise an das Projekt «Zeit zum Lernen und Ankommen» zurück, das im Herbst 2022 realisiert werden konnte. Dazu gehörte zum Beispiel eine Kinderbetreuung direkt in der Sprachschule, um den geflüchteten Frauen Zeit zu geben, die deutsche Sprache in ruhiger, sorgenfreier Umgebung zu erlernen.

Ebenfalls zum Programm gehörte eine Reihe von Workshops, die der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung dienen: So zum Beispiel die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt, Inklusion und Arbeit mit Kindern mit Behinderungen, Erste Hilfe am Kind, Grundlagen für die Tätigkeit als Betreuerin für den Notmütterdienst, Informationen zur Selbstständigkeit.

Überwältigt vom positiven Feedback

Besondere Angebote wie Yoga-Kurse, die den Teilnehmerinnen Entspannung und neue Kraft bringen sollten, persönliche Coachings und eine Plattform, um gezielt spezifische Fragen und Themen zu besprechen, rundeten «Zeit zum Lernen und Ankommen» ab. „Das Projekt hat uns auch deshalb so begeistert, weil wir eine breite Öffentlichkeit erreichen und gleichzeitig vielen Familien helfen konnten,“ erklärt Tkach. „Im Herbst konnten wir so insgesamt etwa 50 Familien unterstützen und 23 Betreuerinnen neu in diese wichtige Tätigkeit einbeziehen.“ Viele Teilnehmerinnen konnten sich dank der Workshops beruflich weiterentwickeln. „Ihre Begeisterung und Motivation war deutlich spürbar und sie hatten den Wunsch, gemeinsam Gutes zu tun und sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.“

Auch Sofie Damian vom NMD Berlin, die OPORA 2022 initiiert hat, zeigt sich überwältigt vom positiven Feedback: „Diese Rückmeldungen motivieren uns umso mehr, uns weiterhin mit voller Kraft für die geflüchteten Frauen und Familien einzusetzen und unsere Klientinnen und Betreuerinnen bestmöglich zu unterstützen.“

Kinderbetreuung, Familiennachmittage, Sprachkurse und Weiterbildung: OPORA zielt auf eine doppelt integrierende Funktion.

Für 2023 möchte das OPORA-Team das inzwischen schon seit einem Jahr bewährte Angebot gezielt ausbauen. In Planung sind Schulungs- und Coaching-Module, die online zugänglich gemacht werden sollen. „Diese digitale Plattform wird es uns ermöglichen, noch mehr Familien und Betreuer zu erreichen und ihnen eine flexible, bedarfsorientierte Unterstützung zu bieten,“ erklärt Sofie Damian. Das gesamte Team freut sich darauf, den geflohenen Frauen und ihren Familien in Berlin auch in diesem Jahr weiter fest zur Seite stehen zu können.

Der Notmütterdienst Familien- und Seniorenhilfe e.V. sagt herzlichen Dank an seine Partner, die das Projekt mit ermöglichen: AKTION MENSCH und die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt!

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